Ellhofener Hochaltar

Das besondere Kleinod im Ellbachtal

Geschichte

Dieser Text wird demnächst verfasst.


Restaurationen

Dieser Text wird demnächst verfasst. Es gab mehrere Restaurationen, zuletzt von Herrn Hammer-1956 (in Ulm) und Frau Kiessling - 2001 (in Ellhofen)


Moscht-Meggl

Da ist also dieser kleiner Bub im rechten Seitenflügel des Altars im mittleren Fenster. Doch was macht der da und wer ist das überhaupt?


Lassen wir ihn selbst anworten:

"Dat hat de âld pastoar my net doopt om't ik tefolle Mosjt dronk, mar om't ik sa'n breed gesicht haw. Dat bart as je fan bûten nei it rút ta krûpe." Okay, vielleicht sollten wir einfach mal alles übersetzen - zusammen mit dem Rest des Textes:

"Der alte Pfarr hat mich nicht so getauft, weil ich zuviel Moscht getrunken habe, sondern weil ich ein so breites Gesicht habe. Das kommt davon wenn man von draußen zum Fenster hochkrabbelt.

Und das macht auch Sinn, denn der alte Meister hat mich zur Kunstfigur stilisiert, weil ich notwendig bin, zwei Geschichten auseinanderzuhalten, die unmöglich zusammenpassen:

Da ist rechts knieend der Mann mit dem Messer, der dem kleinen Jesus ans Glied greift um es zu beschneiden. Die Juden nennen ihn Mohel und seine Arbeit vollzieht er in der Regel in der Wohnung der Wöchnerin. Den kleinen Jesus aber hat links ein alter Mann auf dem Schoß, den man für einen Priester halten könnte, weil er eine Bischofsmütze trägt! Und der hat im Tempel gewartet und erkennt "Herr, nun läßt du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben den Heiland gesehen". Stopp!

Im Tempel die Beschneidung, also ein Blutritual? Das durfte nicht sein! Dafür muss ich nun als Symbol herhalten, als "Synoptiker" sozusagen, der das "zusammen sieht" und erkennt: Der in den Bund Abrahams beschnittenene Jude Jesus ist der lange erwartete Messias, mein Jesus!"

Na, wer hätte gedacht, dass so viel Rafinesse, so viele christliche Gedanken für meine Geburt verantwortlich sind?